Existenzgründung im Handwerk: So wählen Sie die richtige Rechtsform
Wer im Elektrohandwerk ein Unternehmen starten möchte, steht schnell vor einer wichtigen Entscheidung: Welche Rechtsform passt zu meinem Betrieb? Für viele Gründer ist das keine einfache Wahl – schließlich beeinflusst sie nicht nur das persönliche Risiko, sondern auch die Wahrnehmung durch Kunden und Geschäftspartner.
Einzelunternehmen, GbR oder KG: die Klassiker
Startet man allein, ist die Einzelfirma meist die einfachste Lösung. Wer gemeinsam mit einem Partner gründet, landet automatisch in einer GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts). Beide Formen haben einen Nachteil: Die Gründer haften persönlich und in vollem Umfang.
Wer die persönliche Haftung begrenzen möchte, kann die Kommanditgesellschaft (KG) wählen. Hier haftet der Kommanditist nur mit seiner Einlage, während der Komplementär – etwa eine GmbH – unbeschränkt haftet.
Haftung begrenzen mit GmbH und GmbH & Co. KG
Für viele Gründer interessant: die GmbH oder die GmbH & Co. KG. Beide Varianten begrenzen die Haftung auf das eingezahlte Kapital. Bei der GmbH & Co. KG übernimmt die GmbH die Rolle des Vollhafters, während die Kommanditisten nur ihr Investment riskieren.
Doch Vorsicht: Banken verlangen bei Kreditvergaben oft trotzdem Sicherheiten von den Geschäftsführern. Ohne private Haftung wird es schwer, Finanzierungen zu erhalten.
Verantwortung als GmbH-Geschäftsführer
Wer als Geschäftsführer einer GmbH agiert, trägt erhebliche Verantwortung. Bei drohender Zahlungsunfähigkeit muss er unverzüglich reagieren – entweder Geld nachschießen oder Insolvenz anmelden. Unterlässt er dies, drohen straf- und zivilrechtliche Konsequenzen, inklusive möglicher Schadensersatzforderungen durch Lieferanten. Eine verspätete Insolvenzanmeldung kann zudem das Berufsverbot für den Geschäftsführer nach sich ziehen.
Unternehmensverkauf: Steuerliche Vorteile beachten
Ein weiterer Vorteil der GmbH: Beim Verkauf von Anteilen nach sieben Jahren profitieren Gründer von einer Steuervergünstigung. Wer als Einzelunternehmer verkauft, muss oft älter als 55 Jahre sein, um ähnliche steuerliche Vorteile zu erhalten. Für Gründer, die einen späteren Verkauf planen, kann die GmbH daher die bessere Wahl sein.
Fazit: Die Wahl der Rechtsform entscheidet über Haftung, Finanzierungsmöglichkeiten und steuerliche Vorteile. Wer sich frühzeitig informiert und die persönlichen Risiken abwägt, trifft eine solide Grundlage für eine erfolgreiche Gründung im Elektrohandwerk.
Quelle: elektro.net
