Auf der Fachmesse eltec 2025 in Nürnberg drehte sich vieles um die Zukunft des Elektrohandwerks. Neben über 50 Fachvorträgen stieß ein Beitrag besonders auf großes Interesse: Branchenexperte Ulrich C. Heckner zeigte eindrucksvoll, welche Merkmale erfolgreiche Betriebe auszeichnen und wo viele Unternehmen bares Geld verschenken.

Klare Prioritäten und konsequentes Handeln

Erfolgreiche Unternehmerinnen und Unternehmer, so Heckner, seien vor allem in der Lage, Prioritäten zu setzen und auch einmal konsequent „Nein“ zu sagen – sei es bei unprofitablen Aufträgen oder überzogenen Forderungen von Partnern und Mitarbeitern. Wer klare Spielregeln aufstellt und sich selbst daran hält, werde auch von seinem Team als Vorbild wahrgenommen.

Kalkulation entscheidet über Gewinn oder Verlust

Ein zentrales Thema war die richtige Preisgestaltung, insbesondere bei Kleinaufträgen. Viele Betriebe kalkulieren laut Heckner lediglich mit Einkaufspreisen plus Aufschlag. Doch genau hier liege die Falle: Wer stattdessen die Listenpreise des Großhandels verrechnet, erzielt langfristig höhere Margen.

Auch Zusatzkosten wie VDE-Prüfungen, Dokumentationen, Werkzeug- und Geräteeinsatz oder sogar Schmutzzulagen werden in vielen Betrieben nicht ausreichend berücksichtigt. „Wenn alle entstehenden Kosten konsequent verrechnet werden, lässt sich im Kundendienst ein Mehrumsatz von bis zu zehn Prozent erzielen – und dieser schlägt direkt auf den Gewinn durch“, so die Erkenntnis aus der Diskussion.

Digitale Helfer: Mobile Monteure im Einsatz

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist der Einsatz von moderner Branchensoftware. Mit mobilen Lösungen können Monteure ihre Arbeitszeiten, Materialien und sogar Artikelnummern direkt vor Ort erfassen. Das reduziert nicht nur Fehlerquellen, sondern sorgt auch dafür, dass keine abrechenbaren Leistungen übersehen werden.

Zahlen lesen können – oder scheitern

Heckner betonte zudem die Bedeutung von betriebswirtschaftlichem Wissen: „Kaum ein Unternehmer scheitert, weil er sein Handwerk nicht versteht. Viele scheitern, weil sie ihre Zahlen nicht lesen können.“ Der Jahresabschluss sei das „Zeugnis“ des Unternehmers – nutzlos, wenn er nicht verstanden werde.

Regelmäßige Betriebswirtschaftliche Auswertungen (BWA) sowie ein Vergleich mit Branchenkennzahlen, etwa aus dem Busch-Jäger-Betriebsvergleich, seien daher unverzichtbar. Besonders wichtig: Die Prüfung der Stundennachweise sollte nicht von fachfremden Personen erfolgen, sondern von erfahrenen Praktikern, die genau erkennen, welche Leistungen möglicherweise nicht erfasst wurden.

Fazit

Die Botschaft aus Nürnberg ist klar: Erfolg im Elektrohandwerk hängt weniger von technischem Können ab als von konsequenter Kalkulation, effizientem Zeitmanagement und einem professionellen Umgang mit Zahlen. Wer diese Stellschrauben beherrscht, steigert nicht nur Umsatz und Gewinn, sondern sichert auch langfristig die Zukunft seines Betriebs.

Quelle: Magazin de